Fallstudie

7. April 2022

Den Ausblick im Paradies bewahren: Wie Marraum Architects die Ängste von Bauherren mittels VR-Visualisierungen besänftigen konnte

Um die Besitzer eines Grundstücks beim Bau von drei neuen Häusern innerhalb eines begehrten und geschützten Gebiets zu unterstützen, setzte das Architekturunternehmen Marraum auf Twinmotion und das VIVE Pro 2, damit die Kunden den Ausblick und die Auswirkungen des Designs hautnah erleben konnten.
Cornwall befindet sich im Südwesten Englands und zählt zu den historisch bedeutendsten und schönsten Regionen des Landes. Ein Bauunternehmen hatte den Plan gefasst, drei neue Gebäude mitten in einem kleinen Dorf zu errichten, und das entwickelte sich schnell zu einer komplexen Angelegenheit.

Wenn es um den Ausblick auf die Küste geht, hängt der Erfolg eines Projekts davon ab, wie vorausschauend geplant wird. Man muss behutsam vorgehen und genau wissen, welche Auswirkungen die Bauten haben werden. Falsche Entscheidungen können nicht nur zu Rechtsstreitigkeiten führen, sondern auch den Zorn der Nachbarn wecken. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Verlust des wundervollen Ausblicks droht.

Hier kommt Marraum Architects ins Spiel.

Die Architekturfirma Marraum hat ihren Sitz in der beschaulichen Küstenstadt Penryn in Cornwall und ist spezialisiert darauf, Bauherren bei der Umsetzung ihrer Visionen mittels Echtzeittechnologie zu unterstützen. In einer Branche, in der künstlerische Darstellungen längst kein Alleinstellungsmerkmal mehr sind, hat sich Marraum auf VR spezialisiert. Die Firma nutzt die Technologie seit sechs Jahren, um Kunden Wege zu bieten, auf denen sie ihre zukünftigen Entwicklungen schon jetzt erleben können, und um Anpassungen und Verbesserungen vorzuschlagen, bevor der erste Spatenstich getan wurde.

Jüngst haben sie mit der Methode ein bevorstehendes Projekt an der Küste unterstützt. Dank Twinmotion und HTCs neuem VIVE Pro 2 konnten die Bauherren ein optimales Design finden, das sich angenehm in die Nachbarschaft einfügt.
Image courtesy of Marraum Architects

Die Vorteile der digitalen Ansicht

Für das Projekt in dem kleinen Dorf wurde Marraum beauftragt, drei beschauliche Wohnhäuser zu entwerfen, die sich harmonisch in ihr Umfeld einfügen. Das Team ließ bei der Arbeit größte Sorgfalt walten, damit die Häuser ihre zukünftigen Bewohner zufriedenstellen würden, jedoch kamen den Bauherren bei der Betrachtung der ersten Pläne einige Bedenken. Es ist egal, wie detailliert die Pläne auch sein mögen, es ist und bleibt schwierig, sich Raumdimensionen oder die Auswirkungen der Gebäude auf ihr Umfeld gedanklich vorzustellen, wenn man sie nicht selbst vor Ort sieht.

"Die Herausforderung bestand darin, dass für jedes Design andere Vorgaben erfüllt werden sollten, doch alle Gebäude mussten am Ende trotzdem eine Einheit bilden", erklärt Adam Laskey, Mitbegründer und Geschäftsführer von Marraum. "Das Baugrundstück ist abschüssig, weshalb es wichtig war, zu wissen, wie jedes Gebäude genau aussieht und wie sie am besten von der Aussicht profitieren konnten. VR gab unseren Kunden die Möglichkeit, das Bauprojekt in seiner Gesamtheit zu erleben und so Änderungen für die nächste Phase vorzuschlagen, die wohldurchdacht und klar umrissen waren."
Image courtesy of Marraum Architects
Sobald die Marraum-Designer ihre BIM-Modelle in Twinmotion importiert hatten, konnten sie die aktuelle Umgebung nachbauen und dabei auch Sichtbeziehungen mit den Nachbarn und Nachbargebäude berücksichtigen. 

"Wir wollten, dass unsere Kunden genau wissen, wie ihre Gebäude miteinander interagieren", erläutert Laskey. "Das Grundstück bietet einen atemberaubenden Blick auf das Meer. Unsere Herausforderung war es, die Gebäude so zu platzieren, dass die zukünftigen Bewohner den Ausblick von jedem Haus aus genießen können, und gleichzeitig mussten wir darauf achten, den Ausblick für die Nachbarn nicht zu verbauen oder die Aussicht einzuschränken. Mit VR konnten unsere Kunden aus den virtuellen Fenstern hinausblicken und so ihre Bedenken zerstreuen."
Image courtesy of Marraum Architects
Bei einem VR-Rundgang durch die geplanten Häuser konnten die Kunden die realistischen Dimensionen der Bauten erleben. Die Räume wirkten auf dem Papier zwar beengt, doch im VR-Erlebnis stellten sie sich als viel geräumiger heraus. Danach waren die Kunden überzeugt davon, dass das Design genau ihren Wünschen entsprechen würde und konnten auch fundierte Anpassungsvorschläge machen.

Der Weg zum Fotorealismus

Marraum begann bereits vor über 10 Jahren mit ersten VR-Experimenten mit einem einfachen Google Cardboard. Vier Jahre später hatte sich die Firma VR ganz verschrieben. Sie waren in der Region die ersten Architekten, die die Technologie umfangreich nutzten, und die sämtliche Arbeiten dafür intern angingen. Am Anfang stand eine Kombination aus ARCHICAD, VIVE VR-HMDs und einem simplen VR-Paket. Damals reichte das aus, aber die Ergebnisse waren nicht optimal. Modellen fehlte es an der nötigen hochwertigen Qualität, die heute möglich ist, und das Erlebnis musste auf kurze Erfahrungen beschränkt werden, um übermäßige Augenbelastung, Unwohlsein und Desorientierung zu vermeiden.

Das änderte sich aber rasant, als das Team auf Twinmotion stieß. Die Anwendung verwenden sie jetzt schon seit Jahren.

"Unser früheres VR-Softwarepaket war viel rudimentärer. Die Grafiken konnten nicht annähernd an die heutige Qualität heranreichen und es lieferte auch nicht immer ein angenehmes Erlebnis für unsere Kunden", sagt Laskey. "Mit Twinmotion können wir viel detaillierter arbeiten, mehr Inhalte bereitstellen und damit den Realismus und die Immersion bei den Rundgängen signifikant erhöhen."
Image courtesy of Marraum Architects
Für das Cornwall-Projekt ging Marraum aufs Ganze. Als regelmäßiger VR-Nutzer behält Laskey die Entwicklungen der Headset-Technologie immer im Blick und empfahl Marraum sofort, auf das neue HTC VIVE Pro 2 umzusteigen. Das war ein Riesenschritt nach vorn von den alten VIVE-Headsets, die ihrerseits die Cardboards vor sechs Jahren fast augenblicklich ersetzten. Die neuen Headsets boten nicht nur ein angenehmeres Tragegefühl, sondern auch eine erheblich geringere Latenz und branchenführende 5K-Auflösung für unglaublich realistische Texturen. Für ein Geschäftsmodell, das auf Erleben und Erkunden von Umgebungen setzt, ist die signifikante Verringerung der Latenz, die beim schnellen Umdrehen der Nutzer in VR-Umgebungen entsteht, ein großer Schritt vorwärts. 

Mit der neuen Hardware und fotorealistischen VR-Modellen in Twinmotion konnten die Kunden nicht nur ihre Projekte besser erleben, sondern gleich richtig wertschätzen. Gefesselt verbrachten sie über zwei Stunden in ihren VR-Gebäuden. Es war rundherum ein besseres Erlebnis.
Image courtesy of Marraum Architects

Über Cornwall hinaus

Das Projekt in Cornwall eröffnet ein neues Kapitel in der langen Geschichte des Küstendorfs. Doch auch abseits davon zeigt es, wie eindrucksvoll VR-Rundgänge für Marraum und die Archvis-Branche insgesamt sind.

Das A und O für jedes VR-Projekt ist es, die Nutzer zu fesseln und mitzureißen. Eine 3D-Welt kann zwar mit einem atemberaubenden visuellen Spektakel aufwarten, in dem sich die Nutzer wie in einem Traum bewegen können, aber wenn sie sich die ganze Zeit über unwohl dabei fühlen, dann wirkt sich das negativ auf das ganze Erlebnis aus. Die Kombination aus Twinmotion und dem VIVE Pro 2 gibt Firmen wie Marraum neue Mittel und Wege, um in einem hart umkämpften Markt wettbewerbsfähig zu bleiben und weiterhin Vorbehalte abzubauen, die Projekte zurückhalten.

"Mit der neuen Technologie konnten wir unsere Resultate weiter verfeinern und noch schneller erzielen", sagt Laskey. "Die einfache Nutzung und verhältnismäßigen Einrichtungskosten erlauben uns, VR für all unsere Projekte anzubieten. Das trug auch dazu bei, das Verständnis der Kunden für unsere Projekte zu erhöhen und es verringerte nötige Änderungen während der Bauphase, was Kosten und Zeit spart."